Unterschiede machen. Praktiken der Kontrolle in pädagogischen Kontexten
Der KoPraks Forschungsansatz
Der Forschungszusammenhang vereint Forschende unterschiedlicher Disziplinen, die zu dem Themenkomplex sozialer Kontrolle im Kontext verschiedener pädagogischer und sozialpädagogischer Maßnahmen arbeiten.
Ihr gemeinsamer Fokus liegt in der Frage, wie soziale Kontrolle in Handlungszusammenhängen praktisch realisiert wird, in denen junge Menschen erzogen bzw. unterstützt werden sollen (z.B. im Kindesschutz, in Schule und Unterricht, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, in der sozialpädagogischen Arbeit mit delinquenten Jugendlichen).
Erforscht werden sollen mithin nicht abstrakte Diskurse zu Veränderungen von Sicherheitsimperativen oder Kontrollregimen, sondern die in pädagogischen und sozialpädagogischen Kontexten konkret auftretenden interaktiven Praktiken, in denen Kontrolle realisiert wird.
Dies folgt der Erkenntnis, dass diese Praxiszusammenhänge einer eigenen Logik folgen, die nicht aus Programmen oder Diskursen abgeleitet werden kann, sondern die einen konsequenten Blick auf Handlungs- und Interaktionsvollzüge erfordert.
Zielstellungen
- Die empirische Erhebung und Rekonstruktion von Kontrollpraktiken in zentralen Einrichtungen der Erziehung und Unterstützung für junge Menschen.
- Fokussiert werden die interaktive Realisierung sozialer Kontrolle und mit ihr verwobene Bedeutungszuschreibungen in jeweilsspezifischen Handlungszusammenhängen.
- Die Erarbeitung einer komparativen Systematik, durch die Gemeinsamkeiten und Differenzen von Kontrollpraktiken in unterschiedlichenHilfen und Einrichtungen deutlich werden.
Es wird gefragt, ob es angemessen ist, bspw. von einer besonderen „culture of control“ (Garland2001) der Gegenwart oder ähnlichem zu sprechen, soweit dies pädagogische und sozialpädagogische Kontexte betrifft.
- Die theoretische Neubetrachtung von Erziehung und Unterstützung in kontrolltheoretischer Sicht.
Die breite interdisziplinäre Debatte umsoziale Kontrolle soll genutzt werden, um einen neuartigen Blick auf sozial-/pädagogisches Handeln zu gewinnen und dieses, ggf. auch mitBlick auf historische Veränderungen, zu theoretisieren.
Team - Forschende bei KoPraks
Wir sind eine interdisziplinäre Forschungsgruppe verschiedener Universitäten, die sich mit Praktiken sozialer Kontrolle in pädagogischen – schulischen und außer-schulischen – Kontexten beschäftigt.
Prof. Dr. Bernd Dollinger
Universität Siegen, Institut
für Sozialpädagogik;
Center
for Interdisciplinary Crime
Studies
Dr. Hanna Weinbach
Universität Siegen, Institut für Sozialpädagogik; Zentrum für Planung und Entwicklung Sozialer Dienste (ZPE)
Prof. Dr. Pascal Bastian
Rheinland-Pfälzische Technische Uni Kaiserslautern-Landau, Fachbereich Erziehungswissenschaften
Prof. Dr. Thomas Coelen
Universität Siegen, Fakultät „Bildung- Architektur- Künste“, Department Erziehungswissenschaft
Prof. Dr. Sandra Rademacher
Europa-Universität Flensburg, Institut für Erziehungswissenschaften
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Veranstaltungen
Tagung „Praktiken sozialer Kontrolle in sozial-/pädagogischen Kontexten“.
25.-26.06.2026, Programm und Infos unter https://www.uni-siegen.de/2025/tagung-praktiken-sozialer-kontrolle